Frühlingsgedichte

Frühlingsgedichte – auch wenn nicht jedes an den Klassiker Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte herankommt – haben auch heute noch einen großen Stellenwert. Eduard Mörike wusste schon, was er tat, als er den Frühling auf diese Art besang.

Auf dieser Seite finden Sie den Frühling in allen Aspekten wieder – in der noch vorsichtig wärmenden Sonne, in den erst zaghaft, dann immer hurtiger sprießenden Knospen und in tausend frohen Liedern der Kinder, die sich auf einen gefühlt ewigen Sommer freuen.

Eine Wiese mit Gänseblümchen, nah fotografiert mit vielen unscharf dargestellten Blumen.
Lyrisch ist der Frühling toll –
so wärme-, farb- und blütenvoll.
Foto von Kay Sonntag auf Unsplash

Der Gedichtefreund hat natürlich auch Wintergedichte, Sommergedichte und Herbstgedichte auf seiner Seite, aber erlauben Sie sich doch selbst, einige Momente in diesen modernen Frühlingsgedichten, frisch wie der Frühling selbst, zu stöbern.

Viel Spaß!

Klassische Frühlingsgedichte

Klassische Frühlingsgedichte leben von den Farben, Gerüchen und eben all den „Neuigkeiten“, die der Frühling mit sich bringt. Sie schwelgen und bewundern und freuen sich, dass ein harter Winter vorüber ist und das Leben sozusagen von Neuem beginnt.

Kurze Frühlingsgedichte

Ein Frühlingsgedicht

Es ist als hätte letzte Nacht
ein Riese einen Wurf gemacht
und über unsre ganze Stadt
ein Blumenfest veranlasst hat.
„Sonne“ heißt er, dieser Riese
und er sorgt auf jeder Wiese
auch dieses Jahr für Frühlingspracht –
hat uns ein Blütenmeer gebracht.

Frühling im Wandel

Früher kam der Frühling später
früher war all’s später neu
dieses Jahr ganz früh schon rät er
„bleibet euren liebsten treu“

es ist auch gut so, enge bande
knüpft man besser früh als spät
trotzdem kommt er zu früh ins lande
ob der märz uns bald schon brät?

Der Lenz

Draußen keimt es an den Ästen
der Aufbruch ist in allen Zweigen
das Jahr befreit sich von den Resten
des Winters, und will es allen zeigen.

Es sprosst und zieht in allen Hecken
die Wärme kriegt sie sämtlich ran
Es ist, als tönts in allen Ecken:
der Lenz ist da, packen wir’s an.

Noch ein Frühlingsgedicht

Wenn’s erstmal nach Gegrilltem duftet,
man gern wieder im Garten schuftet,
wenn die Äste Triebe kriegen,
und auf den Wiesen wieder mähn die Ziegen,
wenn die Sonne Wärme bringt,
und ein jeder Vogel Lieder singt,
wenn die Grillen wieder fideln
und die Primeln wieder primeln:
Wenn die Menschen trällern Tralala,
dann ist wohl der Frühling da.

Kurzes Wendegedicht

Weiche, Winter, weiche!
Mit der Tag- und Nachtgleiche
ist der Frühling da.
Schön, wenn er keine Ende fände,
doch mit der Sommersonnenwende
geht voran das Jahr.

Allergikergefluche

Verdammte – haaaa
blöde Po— moment
Sekret ist klaaaar
und es rennt …
Zum Taschentuche!
Frühling, wie ich –
Frühling wie ich dich verfluche
haaaaa — b mich
schon gefragt wann’s wieder
loo-hoooo-HOOOOOs geht,
und die Pollen nieder
faaaaaaaaaaaaallen, weht
dann auch der erste Wind
– und diese Ja-ha-ha weht er wie nie –
weiß jedes Ki-, jedes Ki-hihi, jedes Kind –
dass es nun Zeit ist für HATSCHI!!!!!

Noch ein Frühlingsgedicht

Himmel noch immer verhangen
obwohl schon zwei Tage vergangen
der Frühling enttäuscht mich schwer
ich hoffte lange auf deutlich mehr.
Doch da, ein Blitzen!
Ein zuckendes Flitzen!
Ein sanftes Anritzen
der Wolkendecke, seht her!
Nach zwei langen, langen Tagen
sich zwei Sonnstrahlen wagen
vom Himmel hinab
bitte mehr!

Frühlingsbeginn, Betrachter

Ein kleiner Wirbel Wind
spielt mit den noch zarten Knospen
zwei Käfer auf des Baumes Rind
ein Dachs, sie zu verkosten.
Die Knospen knabbert nun ein Reh
ein Specht hackt Rinde, unablässig
und ich, der in Entfernung steh
betrachtet Frühling’s Anfang festlich.


Längere Frühlingsgedichte

Schöner Frühling

Schöner Frühling, komm doch wieder,
bring uns Blüten und die Bienen,
lass dich in unsrem Lande nieder
bring Tulpen, Primeln und Lupinen.

Muss nicht in die Ferne fliegen,
wenn du uns endlich wieder wärmst
muss nicht in Südseesonne liegen
komm Frühling, denn ich mein es ernst.

Spiel uns auf mit Kalamaia,
bring uns Lust und Fröhlichkeit,
sei uns Fest und sei uns Feier
Frühling, nun kommt deine Zeit.

(Ein Parallelgedicht zu „Schöner Frühling“ von Hoffmann von Fallersleben)

Er ist da

Es sprießt
und schießt
und fließt,
man nießt –
der Frühling ist da.

Es streut
und neut
und freut
die Leut –
der Frühling ist da.

Es weckt
und fleckt
und reckt
man neckt –
der Frühling, der ist da.

Der Grünling

Da kommt der junge Frühling
und sagt „nun schaut mal her!
ich bin doch ganz gewiss kein Grünling,
denn ich kann noch mehr!“

Dann fährt er uns gar reichlich auf:
macht Bäum‘ und Wiesen grün,
malt Blütenmeere uns zuhauf,
tut redlich sich bemüh‘n.

Am Ende ist er ganz und gar
erschöpft und auch schon alt.
„Gut, ich übernehm‘ das Jahr“,
sagt Sommer, „und dann wird’s kalt.“

Los geht’s

Der letzte Schnee taut langsam ab
noch feucht und müd‘ sind alle Wiesen
die Pferde gehen noch im Trab
mancheines beginnt schon zu niesen.

Zögerlich hoffen die Äste
dass sich die Anstrengung jetzt lohnt
und dass des Winters letztem Reste
kein Risiko mehr innewohnt.

Ungeduldig auch die Bienen:
Nach letztjährigem Exitus
hoffen die meisten unter ihnen,
dass nun des langen Winters Schluss.

Und dann, als ob ein Bann gebrochen,
klopft sich der Frühling in den Schoß.
Springt auf und sagt „Dann wie besprochen:
Wohlan, Natur, wir legen los.“

Und der Frühling, er wird groß.

Smalltalk über das Wetter mit der Person in die man heimlich verliebt ist

Man reckt sich und streckt sich
man befleckt sich mit Beeren
das Frühjahr könnte doch ständig
und am Liebsten für immer währen.
Na gut, was danach dräut
ist auch nicht so übel:
wenn der Himmel so stark bläut
und es strahlt im Blumenkübel.
Im Prinzip mag ich alle:
Alle Jahreszeiten.
Hoff auch dass ich dir gefalle,
das tät mein Herz weiten.

Schilfgras im Frühjahr

Das Schilfgras ruckelt sich endlich frei.
Der Winter hatte es hart im Griff.
Das Eis lag auf ihm wie Blei.
Die neue Sonne gibt letzten Schliff.
Nun fliegen wieder die Mücken
und Libellen kündigen sich an.
Zwar wird auch der Winter wieder näherrücken –
aber erst spät – ach, erst irgendwann.

Es