BerĂĽhmte Gedichte

Willkommen bei der besten Liste der berĂĽhmten Gedichte im deutschsprachigen Internet: Eine wachsende Liste von Gedichten, die man kennen sollte.

Ein Stapel BĂĽcher, in dem mit einiger Wahrscheinlichkeit mehrere berĂĽhmte Gedichte niedergeschrieben stehen.
Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

In dieser (wachsenden) Liste finden Sie nur die besten und berĂĽhmtesten Gedichte, die die deutsche Sprache hergibt.

Die Liste ist kuratiert nach folgenden Kriterien:

  • Es gehört zu den bekanntesten Gedichten eines berĂĽhmten Dichters.
  • Es ist ein Standardwerk, das ein groĂźer Teil deutscher SchĂĽler schon in der Schulzeit lernt.
  • Es enthält Formulierungen oder Verse, die als „geflĂĽgelte Wörter“ oder Redewendungen Eingang in die alltägliche deutsche Sprache gefunden haben.
  • Es handelt sich aus anderen GrĂĽnden um ein Gedicht, das vielen bekannt ist oder einen Einfluss auf die deutsche Gesellschaft, Politik oder Lebenswelt hat oder hatte.

Die Reihenfolge ist dabei willkürlich. Festzulegen, wer tatsächlich das berühmteste Gedicht geschrieben hat, ist kaum wirklich festzustellen, wenn es auch manche versucht haben.

Etwas Geduld bitte – die Liste wächst noch. Entschuldigen Sie also die großspurige Ankündigung am Anfang 🙂 Welches berühmte Gedicht fehlt Ihrer Meinung nach und sollte unbedingt Eingang in diese Liste finden?

Viel SpaĂź!

Friedrich Schiller – Das Lied von der Glocke

Die ersten vier Zeilen von Schillers "Glocke".
Schiller: Die Glocke, sein wohl berĂĽhmtestes, meist ungelesenes Werk

Das Glockenlied ist nicht nur das längste Gedicht auf dieser Liste, es ist wohl auch das berühmteste Gedicht in dieser Länge überhaupt. Nicht nur ist es tausensfach persifliert worden („Loch gebuddelt, Bronze rinn, Glocke fertig, bim bim bim!“) es enthält auch Redewendungen, die auch heute noch im (nicht ganz alltäglichen) Sprachgebrauch Anwendung finden, vor allem:

Drum prĂĽfe, wer sich ewig bindet,
Ob sich das Herz zum Herzen findet!

Es ist das berĂĽhmteste Gedicht eines der berĂĽhmtesten deutschen Dichter und darf in dieser Sammlung natĂĽrlich auch keinen Fall fehlen.

Hier lesen Sie das ganze Gedicht in der ungekürzten Fassung: Schiller – Die Glocke.

Johann Wolfang von Goethe – Der Zauberlehrling

Der Zauberlehrling ist nicht nur eines der wichtigsten lyrischen Werke Goethes, es wurde sogar von Disney verfilmt: Mit Mickey Mouse in der Hauptrolle des namensgebenden Azubis. Dieser verzaubert einen Besen so, dass er ihm auf magische Weise zu helfen vermöge, was dann aber ganz ordentlich schiefgeht.

Und sicher kennen Sie die erste Zeile des folgenden Verses, auch wenn Sie vielleicht nicht wissen, woher?

Die ich rief, die Geister
werd ich nun nicht los.

Genau: Diese Zeile stammt aus dem Zauberlehrling.

Hier das ganze Gedicht in voller Länge: Goethe – Der Zauberlehrling.

Ein Auszug des "Zauberlehrlings" von Goethe vor dem Bild eines Besens.
Da ist der Meister einmal aus dem Haus, da tanzen die Besen auf dem Tisch …

Johann Wolfgang von Goethe – Erlkönig

Mit Sicherheit durften auch Sie sich in der Unterstufe mit dem Erlkönig befassen, nicht wahr? Und einem großen Teil der Deutschen kennt noch immer die ersten Zeilen:

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
Es ist der Vater mit seinem Kind.

Die Ballade, urdramatisch und mit einem Ende, das alles andere als Happy ist, ist neben Faust und Co wohl Goethes bekanntestes Stück Text und gehört in einer Liste der bekanntesten deutschen Gedichte locker in die TOP 3 – wenn wir denn hier eine Reihenfolge aufstellen würden.

Hier geht es zum Gedicht mitsamt einigen zugehörigen Gedanken: Goethe – Erlkönig.

Johann Wolfgang von Goethe – Der Fischer

Halb zog sie ihn, halb sank er hin
und ward nicht mehr gesehn.

Sicherlich nicht an die Bekanntheit der vorherigen zwei Werke des Altmeisters Goethe heranreichend, ist doch auch der Fischer ein berĂĽhmtes Gedicht, dessen oben aufgefĂĽhrte Zeilen immer wieder auch in Zeitungsartikel usw. rezitiert werden.

Hier können Sie lesen, wie der Fischer am rauschenden Wasser sitzt und der attraktiven, schlussendlich aber etwas garstigen Nixe auf den Grund geht: Goethe – Der Fischer.

Heinrich Heine – Die Loreley

Die ersten vier Zeile des Gedichts "Die Loreley" von Heinrich Heine vor dem Hintergrund eines Felsens.
Die Loreley, wohl Heines bekanntestes Gedicht.

Heinrich Heine, nicht zu verwechseln mit Helme Heine (und seinen sieben wilden Schweinen), ersann schon vor hunderten von Jahren dieses Gedicht, das auch heute noch sinnbildlich fĂĽr den Rhein steht.

Aus heutiger Sicht nicht problemlos erschließlich, warum es zu einem der berühmtesten deutschen Gedichte aller Zeiten geworden ist, finden Sie hier den ganzen Text mit einigen Gedanken: Heine – Die Lorelei.

Rainer Maria Rilke – Der Panther

Gäbe es eine Gedichtefreundsche TOP 10 Liste der meistgeliebten Gedichte – „Der Panther“ würde vielleicht ganz oben stehen.

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.

Und nicht nur dort: Rilkes vielleicht berühmtestes Gedicht aus der Zeit um die Jahrhundertwende begeistert Abertausende von Leser*innen schon zu Schulzeiten und gilt – obschon es sich bei der Großkatze mitnichten um ein solches handelt – als das wohl beste „Dinggedicht“ aller Zeiten.

Hier lesen Sie den ganzen Text: Rilke – Der Panther.

Theodor Fontane – John Maynard

Hier ruht John Maynard! In Qualm und Brand
hielt er das Steuer fest in der Hand,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
er starb fĂĽr uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard.“

Diese Heldengeschichte in Balladenform ist ebenfalls ein absoluter Liebling vieler Deutschlehrer und Deutschlehrerinnen. Eine dramatische Geschichte lyrisch grandios aufgearbeitet: Hier kann sich jeder vorstellen, warum zu Fontanes Zeiten ein solches Gedicht Anklang fand und auch heute noch findet.

Zum ganzen Text geht es hier entlang: Fontante – John Maynard.

Der Text von "John Maynard" vor dem Bild eines Schiffes auf See.
Vielleicht nicht Fontantes berühmtestes Gedicht – aber sicher sein dramatischstes.

Theodor Storm – Knecht Ruprecht

Wer hätte es gewusst – Theodor Storm, vielen von uns ehemals schulpflichtigen Menschen eher mäßig glücklich in Erinnerung als Autor von „Schimmelreiter“ und Co, hat auch „Knecht Ruprecht“ verfasst. Und das ist immerhin eines der berühmtesten deutschen Gedichte aller Zeiten und das vielleicht bekanntes Weihnachtsgedicht überhaupt. Zumindest in Auszügen. Glauben Sie nicht? Schauen Sie mal hier:

Von drauĂź vom Walde komm ich her;
ich muĂź Euch sagen es weihnachtet sehr!

Sehen Sie? Ich sage doch, dass Sie es kennen.

Wie gesagt stellt die bekannte Textstelle nur einen Auszug aus dem sonst etwas gewaltverherrlichenden Gedicht dar – Gewalt gegen Kinder überdies!

Glauben Sie auch nicht? Dann lesen Sie hier den ganzen Text: Storm – Knecht Ruprecht.

Kurt Tucholsky – Augen in der Großstadt

Kurt Tucholsky war viel mehr als „nur Lyriker“: In erster Linie Journalist und Schriftsteller. Also auch „irgendwas mit Medien“. Und darüber hinaus sagt die Wikipedia:

„Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor, Lyriker und Kritiker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Sozialist, Pazifist und Antimilitarist.“

Sein wohl bekanntestes Gedicht ist sicherlich „Augen in der Großstadt“, das das anonyme Leben in der Stadt kritisch behandelt.

Tucholskys "Augen in der GroĂźstadt", Textauszug vor dem Bild einer GroĂźstadt.
Tucholsky war wohl auch ein groĂźer Melancholiker

Hier lesen Sie den Rest des grandiosen Gedichts: Tucholsky – Augen in der Großstadt

Christian Morgenstern – Die drei Spatzen

Christian Morgenstern war der Meister der komischen Lyrik, die sich ausnahmsweise nicht nur an Kinder richtet. Wohl geistiger Vorgänger der Erhards und Gernhardts dieses Landes, verfasste er auch das Gedicht der drei Spatzen, die so manchem ehemaligen Schüler noch aus grauer Vorzeit in Erinnerung sein dürfte.

In einem leeren Haselstrauch
Da sitzen drei Spatzen, Bauch an Bauch.

Lesen Sie hier das kurze, aber humorige wie geistreiche Gedicht: Morgenstern – Die drei Spatzen

Theodor Fontane: Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland

Kaum ein SchĂĽler oder eine SchĂĽlerin, die das Gedicht in der Schulzeit nicht lesen oder sogar, wenn es ganz hart kam, auch auswendig lernen musste.

Befasst es sich nur oberflächlich mit dem Birnbaum und seiner Frucht, steckt in dem mittellangen Gedicht viel mehr: Freundlichkeit, Nachbarschaft, Güte, Witz und einiges noch.

Nicht nur gibt es noch immer eine Familie „von Ribbeck“ im Havelland, die man sogar besuchen kann, auch die Familie des Gedichtefreunds begeistert das Gedicht in mehreren Generationen: Mein Vater kann es noch immer auswendig, ich liebe es und mein Sohn hört sich das Gedicht gerne zusammen mit den tollen Holzschnitten in einer aktuellen Buchversion an.

So spendet Segen noch immer die Hand
Des von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland.

Genau!

Hier lesen Sie es in Gänze: Fontane – Herr Von Ribbeck

Eduard Mörike: Er ist’s

Ich prophezeie, dass weniger als die Hälfte meiner Leser auf Anhieb wüsste
A) Um welches Gedicht es sich bei „Er ist’s“ handelt und
B) Dass Eduard Mörike das Gedicht mit der vielleicht berühmtesten deutschen Gedichtzeile verfasst hat. War es nicht Goethe? Nein, war es nicht.

Ein paar Blüten an einem Zweig, dahinter der kaum bewölkte Himmel.
Viele bekannte Gedichte wurden über den Frühling geschrieben – dies ist wohl das bekannteste.

Die Rede ist natürlich von „Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte“. Ich prophezeie, dass über 90% meiner Leser diese Zeile kennen.

Mörike, eigentlich Pastor, hat diese Zeile schon Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben. Es hat bis heute Bestand und findet ganz selbstverständlich Einzug in diese Liste.

Hier das ganze Gedicht: Mörike – Er ist’s („Frühling lässt sein blaues Band“)

Rainer Maria Rilke: Herbsttag

Wenn Mörikes „Er ist’s“ das Stellvertreter-Gedicht für den deutschen Frühling ist, dann ist Rilkes „Herbsttag“ wohl das Aushängeschild für die feuchte Jahreszeit.

Unnachahmlich melancholisch schafft Rilke es, in diesem – in Gebetsform vorgetragenen Gedicht – das Wesen des Herbstes und seine Bedeutung für uns aufzuzeigen. „Herr, es ist Zeit.“, so startet das Gedicht, wuchtig und gleichzeitig zart wie wohl kein Zweites.

Hier lesen Sie Rilkes „Herbsttag„.

Annette von Droste-HĂĽlshoff: Der Knabe im Moor

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass viele der berĂĽhmteren Gedichte schaurige Gedichte sind? Sehen Sie sich mal allein diese Liste an.

Darin ein reiht sich auf das wohl berühmteste Werk der wohl berühmtesten deutschen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Kennen Sie nicht? Nun, wenn Ihnen nicht zumindest bei der Zeile „Schaurig ist’s, über’s Moor zu gehen“ ein kleine Erinnerung im Nacken kitzelt, müssen Sie unbedingt noch an Ihrer Gedichtefreund*in-Attitude arbeiten.

Für mich, aufgrund der grandiosen Wortwahl, der harmlosen wie nachvollziehbaren Situation, die sie schildert und aufgrund des Modernität bewahrenden Gruselfaktors völlig zu Recht eines der bekanntesten deutschen Gedichte.

Hier die ganze Ballade: Annette von Droste-Hülshoff – Der Knabe im Moor.

Joseph von Eichendorff: Sehnsucht

Eichendorff war einer der größten Romantiker. „Sehnsucht“ ist eines seiner berühmtesten Werke und eines der bekanntesten romantischen Gedichte überhaupt. Denken Sie an Caspar David Friedrichs „Wanderer über dem Nebelmeer“ – so ungefähr stelle ich mir Joseph Eichendorff vor.

Im Gedicht hören wir Eichendorff dabei zu, wie er sich nach der Natur sehnt – wenn er es auch nicht wortwörtlich so sagt.

Hier finden Sie das Gedicht: Sehnsucht – Eichendorff

Joseph von Eichendorff: Mondnacht

Kommen Sie, das MUSSTEN Sie doch sicher in der Schule interpretieren, oder? Die Mondnacht von Eichendorff ist sicherlich einer der größten Klassiker der deutschen Lyrikgeschichte.

„Es war als hätt der Himmel die Erde still geküsst“, wem da nicht direkt romantisch ums Herz wird, der war wohl noch nie draußen und hat den Blick über die Natur schweifen lassen.

Um Ihnen und der ledrigen Pumpe in Ihrer Brust nochmal auf die SprĂĽnge zu helfen finden Sie hier das Gedicht: Mondnacht von Eichendorff.

Christian Morgenstern – Die unmögliche Tatsache

„Ha“, werden Sie nun vielleicht sagen, „der Gedichtefreund ist verrückt geworden – das Gedicht kennt doch kein Mensch“.

Da haben Sie vielleicht Recht, lieber Herr Gedichtefreundkritiker / liebe Frau Gedichtefreundkritikerin, aber sind wir ehrlich: Haben Sie etwa noch nie von diesem Spruch gehört:

Weil, so schlieĂźt er messerscharf, nicht sein kann, was nicht sein darf.

Wusste ich’s doch – das kennen Sie natürlich. Zugegeben, ich hatte auch keinen Schimmer, woher dieser Begriff stammt. Nun wissen Sie es. Und jetzt dürfen Sie auch den Rest des Gedichtes lesen:

Christian Morgenstern: Die unmögliche Tatsache, oder: „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf„.

Georg Heym – Der Krieg

Das vielleicht gruseligste oder traurigste, gleichzeitig aber – meines Erachtens – auch bildgewaltigste Gedicht in dieser Liste stammt sicherlich von Georg Heym: Der Krieg. Heym starb schon im Alter von 25 Jahren bei einem Schlittschuhunfall, wie auch immer er es geschafft hat, einen solch epischen Text (der freilich Lyrik ist) zu schaffen: Er muss ein Wunderkind gewesen sein.

Meine GĂĽte, wie gut kann man schreiben?

Es gibt vielleicht kein zweites deutsches Gedicht, das es schon in der ersten Gedichtzeile schafft, den Leser so tief in das Geschehen hineinzuziehen und am Ende so schockiert zurĂĽckzulassen.

Georg Heym – Der Krieg

Der Gedichtefreund – Es blüht

Zu guter Letzt der wohl berühmteste deutsche Dichter (zumindest, wenn man seine Kinder fragen würde, die noch nicht zur Schule gehen): Der Gedichtefreund! Hunderte seiner Werke können Sie auf diesen Seiten bewundern, eines der vielleicht schönsten Gedichte (findet er selbst) handelt jedoch vom Leben, das in allen Ecken der Welt blüht.

Nicht so ein berĂĽhmtes Gedicht, noch nicht! "Es blĂĽht" von Tobias Heimann, nur der Text schwarz auf weiĂź.

Lesen Sie mehr Gedichte vom Gedichtefreund – überall auf dieser Seite, aber gerne auch „Schöne Gedichte über das Leben.“ Ein paar Beispiele finden Sie auch noch unten.

Diese Liste ist – wie gesagt – unvollständig. Hier werden mit der Zeit auch all die anderen großen Werke auftauchen.

Wie viele der Gedichte kannten Sie? Und welche fehlen Ihrer Meinung nach noch? Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie wollen 🙂

Nicht nur

Nicht nur, wenn wir im siebten Himmel schweben
nicht nur, wenn wir am Faden eines neuen Abenteuers weben
nicht nur, wenn wir uns der Freundschaft und der Nacht hingeben
nicht nur, wenn wir den größten Schatz der Welt ausheben
immer sollten wir nach diesem Bewusstsein streben:
Dass egal, was wir auch tun – wir leben.

Mehr Schöne Gedichte über das Leben

Über’s Land

Wer dies nicht kennt –
wer niemals auf dem Gipfel stand,
der weiĂź nicht, wie es ist,
wenn der Blick zum Horizont sich spannt.

Denn der Horizont ist weiter –
erstreckt sich ganz bis an den Rand.
es ist, als ob ein ferner Reiter
den Weg zum Himmel endlich fand.

Und tritt man dann zurĂĽck ins Tal
wo alles eng und unentspannt
dann sehnt man sich zurĂĽck hinauf
den Blick zu schweifen
über’s Land.